Research

Mit Licht messen, was verborgen bleibt

Wie kann Licht messen, was wir nicht sehen können?

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Jena

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200+

Forschende

25

Länder

99

Shorttalks

Einzelne Moleküle in einer Lösung erkennen, Vorgänge in Zellen sichtbar machen oder Sensoren entwickeln, die direkt am Körper eingesetzt werden können: Mehr als 200 Forschende aus 25 Ländern kamen zur EUROPT(R)ODE 2026 nach Jena, um über die neuesten Entwicklungen der chemischen und biochemischen optischen Sensorik zu diskutieren. Die von der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen geförderte Konferenz machte Jena für vier Tage zum internationalen Treffpunkt eines hoch spezialisierten Forschungsfeldes.

WIE KANN LICHT MESSEN, WAS WIR NICHT SEHEN KÖNNEN?

Im Mittelpunkt der EUROPT(R)ODE stehen sogenannte Optroden: Sensoren, die mithilfe von Licht chemische oder biochemische Informationen erfassen.

Das Forschungsfeld verbindet dafür unterschiedliche Disziplinen. Chemie und Biochemie treffen auf Physik, Ingenieur- und Datenwissenschaften. Die biochemische optische Sensorik ist vielseitig einsetzbar, da sie auf universellen Prinzipien wie Licht-Materie-Wechselwirkungen, molekularer Erkennung und Signalverstärkung basiert. Durch die Kombination verschiedener biochemischer Erkennungselemente, etwa DNA-Strukturen, Proteine oder Nanomaterialien, mit optischen Methoden wie Fluoreszenz oder Plasmonik lassen sich unterschiedlichste Anwendungen realisieren.

Auf der EUROPT(R)ODE 2026 wurden beispielsweise Ansätze vorgestellt, mit denen sich einzelne Moleküle direkt in Lösungen nachweisen lassen. Andere Forschungsarbeiten beschäftigen sich mit miniaturisierten Sensoren für Anwendungen am oder im menschlichen Körper. Markierungsfreie Raman-Mikrospektroskopie kann wiederum Prozesse innerhalb von Zellen sichtbar machen. Hinzu kommen neue Ansätze, die Spektroskopie und künstliche Intelligenz miteinander verbinden.

VON QUANTENSENSOREN BIS ZUR DNA-NANOTECHNOLOGIE

Wie breit das Forschungsfeld inzwischen ist, zeigte das wissenschaftliche Programm der Konferenz.

Sechs international renommierte Wissenschaftler:innen gaben in Plenarvorträgen Einblicke in aktuelle Entwicklungen ihres Forschungsgebiets.

Alexey Gorshkov beschäftigte sich mit Quantensensornetzwerken. Laura Na Liu stellte DNA-Moiré-Supergitter vor. Ralf Jungmann zeigte, wie DNA-Nanotechnologie neue Möglichkeiten für biomedizinische Untersuchungen auf Ebene einzelner Moleküle eröffnet.

Weitere Plenarvorträge von Karolien De Wael, Aleksandra Radenovic und Mohammed Zourob führten unter anderem zu neuen bioinspirierten Sensorstrategien, Single-Molecule Imaging sowie Biosensoren für biomedizinische und umweltbezogene Anwendungen.

99 Short Talks und 49 Posterbeiträge machten einen großen Teil des wissenschaftlichen Programms aus.

EINE WELTWEIT FÜHRENDE KONFERENZ

Seit 1992 ist EUROPT(R)ODE eine Plattform für eine interdisziplinäre Gruppe aus Wissenschaftler:innen und Industrievertreter:innen aus den Bereichen Chemie, Biochemie, Physik, Ingenieurwissenschaften und Datenwissenschaften.

Mehr als 200 Forschende aus insgesamt 25 Ländern nahmen teil. Die Gäste kamen unter anderem aus Brasilien, den USA und Australien.

Nach vorherigen Ausgaben in Birmingham, Warschau und Neapel setzte die Konferenz damit ihre internationale Entwicklung in Jena fort.

UND MITTENDRIN: FORSCHUNG AUS JENA

Dass die internationale Fachcommunity nach Jena kam, ist kein Zufall.

Das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) war nicht nur Gastgeber, sondern auch wissenschaftlich stark im Programm vertreten. Forschende des Instituts präsentierten unter anderem Arbeiten zur ultraschnellen Raman-basierten Gewebediagnostik, zu neuen Mikroskopieverfahren und zu Sensorplattformen im Nanomaßstab.

Damit wurde auf der Konferenz auch Forschung sichtbar, die direkt am Standort Jena entsteht.

WAS BLEIBT?

Eine internationale wissenschaftliche Konferenz endet mit dem letzten Vortrag. Der fachliche Austausch, der dort entsteht, im besten Fall nicht.

Für Thüringen bringt das Treffen neue Forschungsergebnisse und unterschiedliche Perspektiven an einen Ort, schafft persönliche Verbindungen zwischen Wissenschaftler:innen und macht zugleich sichtbar, an welchen Zukunftstechnologien in Jena selbst gearbeitet wird.

Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen hat die EUROPT(R)ODE 2026 deshalb finanziell unterstützt. Mit ihrer Förderung stärkt sie den wissenschaftlichen Austausch und die internationale Vernetzung des Forschungs- und Innovationsstandorts Thüringen.

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