Wie der 17-jährige Ben Waldmann Deutschlands größten MINT-Wettbewerb aufmischt
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Wie der 17-jährige Ben Waldmann Deutschlands größten MINT-Wettbewerb aufmischt
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Ein Projekt bei Jugend forscht, Deutschlands größtem MINT-Nachwuchswettbewerb, einzureichen ist eine echte Leistung. Eine Auszeichnung beim Landeswettbewerb auf Bundeslandebene erreichen nur die Besten. Drei Projekte in komplett verschiedenen Fachgebieten einreichen und zwei Mal den 1. Platz davontragen – das schafft nur Ben Waldmann.
Unterschiedlicher könnten die Projekte des 17-jährigen Schülers nicht sein.
Im Fachgebiet Physik entwickelte er eine Simulation vom frühen Universum durch ein neues Modell von Quantenmechanik, Gravitation und Gasdynamik.
Die Galaxien ziehen sich auch durch Bens Mathematik/Informatik Projekt, einem KI-Programm, das Aufnahmen von Galaxien sinnvoll rekonstruiert und dadurch innovative Einblicke in ihre Entwicklung ermöglicht.
Mathematik und Physik, beides Herzensprojekte, in denen Ben seine Leidenschaft für diese Fachbereiche und die Astronomie miteinander verbindet.
Bens Windkrafterfindung wurde schließlich das erfolgreichste Projekt im Bereich Technik, das beim Landeswettbewerb Thüringen 2026 in Jena gleich mehrmals abräumte. Er entwickelte den Prototypen nach einem ganz konkreten Hilfegesuch. In seinem Heimatdorf Elsterberg im Vogtland macht die Kessellage Energiegewinnung mit Photovoltaik schwierig bis unmöglich. Um dennoch die Geräteschuppen und Carports seiner Nachbar:innen mit Strom zu versorgen, nutzt der Nachwuchswissenschaftler einen anderen Standortvorteil des Talkessels. Für die durch das Teil strömenden Winde entwickelte Ben eine Windkraftanlage mit variabel anpassbarem Rotor, der auf die individuellen Standortdaten optimiert werden kann. Mit einer maximalen Lautstärke von 42 Dezibel ist die Anlage auch im eng bebauten Elsterberg problemlos nutzbar und eröffnet damit dem Dorf neue Möglichkeiten für nachhaltige Energiegewinnung.
Vielen Jugend forscht Talenten merkt man die Leidenschaft schon als Kind an. Nicht so bei Ben.
Ich war eigentlich nicht sonderlich gut in Mathe.
Freizeitangebote für Mathematik oder Chemie hätte es in Bens Heimat sowieso nicht gegeben.
Dann kam Corona. Die nicht enden wollenden Nachmittage. Ben sucht ein neues Hobby, um die leeren Stunden zu füllen. Und trifft auf Mathias Thiel, Vorsitzender der Astronomischen Gesellschaft Greiz e. V., der inzwischen für sein jahrelanges Engagement für Kinder und Jugendliche als Thüringer des Monats ausgezeichnet wurde. Seit über elf Jahren begeistert der Vermögensberater aus Greiz ehrenamtlich junge Menschen für Astronomie, inzwischen im Schülerforschungszentrum Greiz, und eröffnet auch Ben den Zugang zu neuen Universen.
Seit 2020 ermutigt der Mentor das Nachwuchstalent zu immer neuen Projekten und Teilnahmen bei Jugend forscht.

Der jetzige Erfolg hat große Chancen, es bis über den Wettbewerb hinaus zu schaffen. Zusätzlich zum ersten Platz wurde die Windkraftanlage mit einer Teilnahme an der JugendUnternimmt! summer school der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen prämiert. Im kommenden Sommer kommen ausgewählte Jugend forscht Teilnehmende aus ganz Deutschland zusammen, um gemeinsam mit erfahrenen Startup-Coaches ihre Projekte zu realen Geschäftsmodellen weiterzuentwickeln. Für Ben ein ganz neuer Zugang zum Thema Unternehmensgründung. Mit der Summerschool stellt er sich der Zukunftsfrage, ob sein Forschungsprojekt tatsächlich auf dem Wirtschaftsmarkt bestehen könnte – einer Aufgabe, der Ben wie stets offen entgegenblickt:
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