Was kleine Regionen groß macht
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Was kleine Regionen groß macht
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Die Zukunft europäischer DeepTech-Innovationen wird nicht nur in den großen Metropolen entschieden. Gerade kleinere, hochspezialisierte regionale Ökosysteme können technologische Dynamik entfalten, wenn Forschung, Industrie und Unternehmertum eng miteinander verbunden sind. Thüringen zeigt, wie das funktionieren kann.
Rudolstadt und Weimar sind keine europäischen Startup-Metropolen.
In Rudolstadt arbeitet Viktoria Rothleitner mit Polytives an neuen Materialien für die Kunststoffindustrie. Das Team entwickelt polymerbasierte Prozessadditive, die bereits in kleinen Mengen die Verarbeitung von Kunststoffen verändern können.
Rund 50 Kilometer entfernt entwickelt Alexander Fröhlich-Kulik mit Consensive in Weimar eine Technologie, mit der Menschen an unterschiedlichen Orten gemeinsam in komplexen virtuellen 3D-Welten arbeiten können. Die Technologie des Weimarer Startups baut auf mehr als zwei Jahrzehnten XR-Forschung im Umfeld der Bauhaus-Universität Weimar auf.
Kunststoff und Extended Reality. Materialforschung und digitale Infrastruktur. Zwei völlig unterschiedliche Technologien. Und doch zwei Geschichten darüber, wie in Thüringen aus spezialisiertem Wissen Unternehmen entstehen.
Dass solche Geschichten gerade hier entstehen, hat auch mit der Geschichte des Standorts zu tun.
Die ostdeutsche Transformationsgeschichte ist Teil dieser Stärke. Vieles, was heute selbstverständlich wirkt – neue Forschungscluster, technologieorientierte Unternehmen, Transferstrukturen und Gründungsnetzwerke – ist aus Jahrzehnten des Wandels entstanden.
Heute entstehen daraus Unternehmen wie Polytives und Consensive.
Und sie stehen nicht allein. openUC2 entwickelt in Jena offene, modulare Mikroskopie- und Photoniksysteme. IDloop arbeitet dort an kontaktlosen 3D-Fingerabdruckscannern, Indigo Optical Systems an hochpräziser Optik für EUV- und Halbleiteranwendungen. In Erfurt verbindet OhMyV Biomaterialien mit FemTech und neuen Ansätzen für Intimgesundheit und STI-Prävention.
Thüringen und seine Transformationsgeschichte zeigen, wie aus Wandel neue technologische Dynamik entsteht: Jena zählt zu den führenden Photonik-Standorten Europas, Thüringen gehört zu den patentstärksten Regionen Deutschlands und die Startup- und Forschungslandschaft arbeiten eng vernetzt an marktfähigen Technologien.






Im Juni 2026 wechselte die Kulisse.
Polytives, Consensive, openUC2, IDloop, Indigo Optical Systems und OhMyV reisten gemeinsam nach Paris zur VivaTech, einer der größten europäischen Bühnen für Technologie und Startups.
Deutschland war 2026 „Country of the Year“. Mehr als 200.000 Besucher:innen aus 165 Ländern und über 15.000 Startups kamen zur VivaTech. Für die Thüringer Gründer:innen bedeutete das internationale Sichtbarkeit und Gespräche mit Unternehmen, Investor:innen und potenziellen Partnern.
Beim Panel „Ecosystem Showcase: Europe’s DeepTech Region“ wurde aus den einzelnen Startup-Geschichten schließlich die größere Frage: Welche Rolle können spezialisierte Regionen für Europas technologische Zukunft spielen?
Die Thüringer Antwort darauf stand wenige Meter entfernt in der Startup Area.




Seine Stärke kann gerade darin liegen, kleiner zu sein: spezialisiert genug für technologische Tiefe und nah genug, damit Forschung, Industrie und Gründer:innen einander finden. Denn Europas nächste DeepTech-Innovation muss nicht aus einer Metropole kommen.
Sie entsteht in Thüringen.
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