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Vom LEGO-Modell zum Schornsteinroboter

Drei Schüler aus Zella-Mehlis wollen die Schornsteinreinigung sicherer machen und entwickeln ihre Jugend forscht-Idee gemeinsam mit einem Thüringer Unternehmen weiter.

Drei Schüler aus Zella-Mehlis wollen die Schornsteinreinigung sicherer machen – und entwickeln ihre Jugend-forscht-Idee jetzt gemeinsam mit einem Thüringer Unternehmen weiter.

Es regnet. Luca Buchwald schaut aus dem Fenster und sieht auf dem Nachbardach einen Schornsteinfeger bei der Arbeit. Sein Gedanke: Das muss doch auch anders gehen.

Gemeinsam mit Janek Ritz und Constantin Kupfer vom Heinrich-Ehrhardt-Gymnasium Zella-Mehlis entsteht daraus der „The Chimney Cleaner“ – CC-Bot 360°: ein Roboter, der Schornsteine automatisiert reinigen und die Arbeit von Schornsteinfeger:innen sicherer machen soll.

Was zunächst als LEGO-Modell für Jugend forscht begann, geht 2026 einen entscheidenden Schritt weiter. Gemeinsam mit der Zwerrenz Automatisierungstechnik in Suhl beginnen die drei Schüler, ihre Idee zu einem technischen Prototyp weiterzuentwickeln.

Eine Idee aus dem Alltag

Das Ziel des CC-Bot 360° ist klar: Schornsteinfeger:innen sollen für die Reinigung möglichst nicht mehr selbst auf das Dach steigen müssen.

Der Roboter soll vom Boden aus bedient werden und sich selbstständig durch den Schornstein bewegen. Sensoren, Kameras und flexible Reinigungswerkzeuge sollen dabei helfen, Ablagerungen zu entfernen. Verstellbare Räder ermöglichen die Anpassung an unterschiedliche Schornsteinabmessungen. Bei der Fortbewegung orientierte sich das Team am Prinzip der Haftung und Beweglichkeit von Geckos.

Damit wollen die drei Jugendlichen nicht nur Arbeitsabläufe vereinfachen. Vor allem Risiken durch Arbeiten auf dem Dach, wechselnde Wetterbedingungen und den Kontakt mit gesundheitsschädlichem Ruß sollen reduziert werden.

Auch für Hausbewohner:innen könnte sich der Ablauf verändern: Der Schornsteinfeger müsste für bestimmte Arbeiten nicht mehr durch das gesamte Gebäude bis zum Dach gelangen.

Luca Buchwald, Janek Ritz und Constantin Kupfer waren 2025 bei dem 60. Bundeswettbewerb von Jugend forscht in Hamburg. Mit ihrem Projekt "The Chimney Cleaner“ – CC-Bot 360°. Auf dem Bild sieht man das Team mit ihrem LEGO-Roboter.

Mit Jugend forscht bis zum Bundeswettbewerb

2025 stellten Luca Buchwald, Janek Ritz und Constantin Kupfer ihre Entwicklung zunächst beim Regionalwettbewerb Jugend forscht Südwestthüringen vor. Im Fachgebiet Arbeitswelt erreichten sie den ersten Platz und erhielten weitere Sonderpreise.

Beim 34. Landeswettbewerb Jugend forscht Thüringen überzeugte der CC-Bot erneut und gewann ebenfalls den ersten Platz im Fachgebiet Arbeitswelt.

Damit führte der Weg bis zum 60. Bundeswettbewerb Jugend forscht. Dort wurde die Arbeit mit dem Sonderpreis für eine Arbeit auf dem Gebiet „Gute Prävention und Rehabilitation“ ausgezeichnet.

Aus einer spontanen Beobachtung war innerhalb kurzer Zeit eine mehrfach ausgezeichnete technische Idee geworden.

Auf dem Bild sieht man den LEGO-Prototypen des CC-Bot 360° von Luca Buchwald, Janek Ritz und Constantin Kupfer.

„Gerade noch aus LEGO, aber bald vielleicht schon Realität.“

Nach dem Wettbewerb endet die Entwicklung nicht.

2026 beginnt das Team gemeinsam mit Zwerrenz Automatisierungstechnik in Suhl, aus dem bisherigen Modell einen technischen Prototyp zu entwickeln. Die Zusammenarbeit steht noch ganz am Anfang. Jetzt muss sich zeigen, wie sich die Funktionen des LEGO-Modells in eine robuste technische Lösung übertragen lassen.

Damit beginnt für Luca Buchwald, Janek Ritz und Constantin Kupfer eine neue Phase ihres Projekts: Nicht mehr allein die Idee und ihre Funktionsweise stehen im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie daraus ein System entstehen kann, das unter realen Bedingungen funktioniert.

Wenn aus Nachwuchsforschung der nächste Entwicklungsschritt entsteht

Der CC-Bot zeigt, was Jugend forscht ermöglichen kann: Jugendliche beobachten ein konkretes Problem, entwickeln eine eigene technische Lösung und verfolgen diese Idee über den Wettbewerb hinaus weiter.

Ob aus dem CC-Bot 360° einmal tatsächlich ein Werkzeug für das Schornsteinfegerhandwerk wird, ist heute noch offen. Aber aus dem ersten LEGO-Modell ist bereits mehr geworden als ein Wettbewerbsprojekt.

Die drei Schüler arbeiten weiter an ihrer Idee – und gemeinsam mit einem Thüringer Unternehmen beginnt jetzt der Weg zum ersten technischen Prototyp.

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