Über die Veranstaltung
Neue Impulse für den MINT-Unterricht, Austausch auf Augenhöhe und Einblicke in aktuelle Forschung: genau dafür steht die Tagung Schule MIT Wissenschaft Thüringen.
Die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen lädt jährlich gemeinsam mit dem MIT Club of Germany MINT-Lehrkräfte weiterführender Schulen aus ganz Thüringen ein. Mit der Tagung Schule MIT Wissenschaft Thüringen bringen wir den Spirit internationaler Forschung nach Thüringen. Drei Tage lang dreht sich alles um aktuelle Wissenschaft, innovative Lehransätze und die Frage, wie Forschungsthemen in den Unterricht integriert werden können.
Freu dich auf inspirierende Fachvorträge von Wissenschaftler:innen aus unterschiedlichen Disziplinen, interaktive Workshops mit konkreten Anknüpfungspunkten für deinen Schulalltag sowie viel Raum für Austausch und Vernetzung mit Kolleg:innen aus ganz Thüringen.
Die Tagung richtet sich ausschließlich an MINT-Lehrkräfte der weiterführenden Schulen in Thüringen und ist kostenfrei.
18. Juni: Eröffnungstag
16:30-18:30 UhrSightseeing durch Erfurter Innovations- und Bildungsorte
Begrüßungsdinner mit Gelegenheit zum Netzwerken und die MINT-Community Thüringens kennenzulernen




19.-20. Juni: Impulstage
Innovative Impulse aus der WissenschaftInternationale Top-Wissenschaftler:innen teilen in Fachvorträgen ihre aktuelle Forschung zu Zukunftsthemen der MINT-Fächer
In interaktiven Kursen lernst du innovative Technologien und Unterrichtsmethoden kennen – praxisnah und direkt übertragbar auf deinen Unterricht.
Line-up

Dr. Lisa Marie Kern

Prof. Marion Silies

PD Dr. Agnes Cseh

Dr. Johannes Georg Bednorz







Programm
18. Juni
Bezug der Hotelzimmer
- Registrierung der Tagungsteilnehmer:innen (NYX Hotel Erfurt)
- ab 16: 30 Uhr geführte Wanderung zu den Führungen
Start: NYX Hotel Erfurt, Juri-Gagarin-Ring 127, 99084 Erfurt
- Besuch und kleine Experimente am Schülerforschungszentrum an der FH Erfurt
Schülerforschungszentrum an der Fachhochschule Erfurt,
Altonaer Straße 25, 99085 Erfurt
- Geheimnisvolle Wege über und durch die barocke Stadtfestung (Führung durch die Horchgänge)
Kommandantenhaus – Ausstellung Besucherzentrum auf dem Plateau der Zitadelle, Petersberg 3, 99084 Erfurt
- Führung durch das MDR-Landesfunkhaus Erfurt
Landesfunkhaus Thüringen,
Gothaer Straße 36, 99094 Erfurt
- Führung egapark
egapark, Gothaer Straße 38, 99094 Erfurt
Eröffnungsreden ab 19:15 Uhr:
- Dr. Sven Günther, Vorstand, Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen
- Rainer Linden, MIT Club of Germany e. V.
- Grillbuffet mit Getränken und Musik
19. Juni
Ankommen mit Kaffee
Registrierung der Tagungsteilnehmer:innen
Dr. Sven Günther | Vorstand Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen
Supraleitung – vom Phänomen zur Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts
Dr. Johannes Georg Bednorz
IBM Fellow Emeritus, IBM Research, Zürich (Schweiz)
Zum Thema
Bald nach der Entdeckung der Supraleitung vor einem Jahrhundert wurden ehrgeizige Pläne für großtechnische Anwendungen entwickelt. Niedrige Übergangstemperaturen, geringe kritische Ströme und eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Magnetfeldern erwiesen sich jedoch als unüberwindbare Hindernisse. So blieb die Supraleitung jahrzehntelang eine wissenschaftliche Kuriosität, bis Ende der 1970er Jahre neue intermetallische Supraleiter die Möglichkeit eröffneten, leistungsstarke Magnete für die Festkörperforschung und medizinische Instrumente zu entwickeln. Doch selbst nach jahrzehntelanger Suche nach Materialien mit höheren kritischen Temperaturen blieb die Supraleitung ein Niedertemperaturphänomen. Ein Paradigmenwechsel in der Forschungsstrategie für neue Materialien, bei dem Oxide anstelle von Metallen verwendet wurden, führte zur Entdeckung der Hochtemperatur-Supraleitung in einer neuen Materialklasse und verlieh dem Forschungsgebiet neue Impulse. Nach der Entdeckung führte jahrzehntelange Forschung zur Entwicklung der neuen Supraleiter zu Hochleistungsmaterialien, die heute die Grundlage einer Supraleiterindustrie bilden. Mit ihren überzeugenden Vorteilen bei der Erzeugung, Übertragung und Verteilung elektrischer Energie sowie bei effizienten industriellen Prozessen hat die Supraleitertechnologie das Potenzial, den gesamten Energiesektor zu prägen. Hier kann sie einen wesentlichen Beitrag zum Übergang zu einer vollelektrischen Gesellschaft leisten, um die mit dem Klimawandel verbundenen Umweltprobleme zu bekämpfen.
Zur Person
Georg Bednorz, geboren am 16. Mai 1950 in Neuenkirchen (NRW), erhielt 1975 sein Diplom in Kristallographie und Mineralogie von der Universität Münster. 1977 wechselte er zum Promotionsstudium an das Institut für Festkörperphysik der ETH Zürich. Hier widmete er sich der Erforschung von strukturellen Phasenumwandlungen und den dielektrischen und ferroelektrischen Eigenschaften von Oxiden mit Perowskit Struktur. 1982 trat er ins IBM Forschungslabor in Zürich ein, an dem er zuvor schon während seiner Münsteraner Studienzeit mehrere Forschungsaufenthalte verbracht hatte. Hier konnte er seine Erfahrung mit den Perowskiten direkt in aktuelle Forschungsprojekte einbringen. 1983 startete er mit Alex Müller, seinem Doktorvater und danach neuen Partner die Suche nach Supraleitung in leitfähigen Perowskiten, ein ambitiöses Projekt mit ungewissem Ausgang. Nach 3 Jahren gelang beiden Forschern, sensationell, und für die Fachwelt völlig überraschend der Nachweis von Supraleitung in Cu-Oxid- haltigen Keramiken, und zwar bei überraschend hohen Übergangstemperaturen. Für diese Entdeckung der Hochtemperatur Supraleitung im Jahr 1986 wurde beiden schon im darauffolgenden Jahr der Nobelpreis für Physik verliehen.
Frei fließende Flüsse als Schlüssel für Biodiversität und Klimaanpassung
Prof. Dr. Sonja Jähnig
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Zum Thema
Fließgewässer sind dynamische Ökosysteme, die durch longitudinale, laterale und vertikale Vernetzung sowie zeitliche Schwankungen geprägt sind. Diese Konnektivität macht Fließgewässer zu besonders faszinierenden Lebensräumen und ermöglicht eine außergewöhnliche biologische Vielfalt. Weltweit wird diese Konnektivität jedoch zunehmend durch den Bau von Staudämmen, Begradigungen, Uferbefestigungen und Deichen eingeschränkt. Nur ein geringer Anteil der großen Flüsse gilt heute noch als (vollständig) frei fließend. Die Fragmentierung unterbricht Wanderbewegungen von Tieren, verändert Sedimentflüsse, trennt Auen vom Fluss und beeinträchtigt die natürliche Abflussdynamik des Wassers – mit Folgen für die Biodiversität, Ökosystemfunktionen und unsere Resilienz gegenüber klimatischen Extremereignissen.
Dieser Vortrag gibt einen Einblick, wie unsere Flüsse wieder frei fließen könnten, die damit verbundenen Herausforderungen, aber auch ihren Nutzen für Mensch und Natur. Dabei geht es nicht nur um ökologische Fragestellungen, sondern auch um Zielkonflikte mit Energiegewinnung, Landnutzung und Wasserwirtschaft. Integrative Ansätze, die auf die Wiederherstellung von Konnektivität, den Rückbau obsoleter Barrieren und die Reaktivierung von Auen abzielen, spielen eine zentrale Rolle. Denn solche Maßnahmen können nicht nur Biodiversität fördern, sondern auch Hochwasserschutz, Wasserverfügbarkeit und Klimaanpassung stärken. Dies macht frei fließende Flüsse zu einer wichtigen Grundlage nachhaltiger Entwicklung und gesellschaftlicher Daseinsvorsorge.
Zur Person
Sonja Jähnig leitet seit Oktober 2025 kommissarisch das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und ist Professorin für Aquatische Ökogeographie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach ihrer Promotion an der Universität Duisburg-Essen war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Chinesischen Akademie der Wissenschaften in Wuhan und am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt tätig, bevor sie 2014 als Forschungsgruppenleiterin ans IGB kam. Sonja Jähnig erforscht die Auswirkungen des globalen Wandels auf Flussökosysteme und die Biodiversität in Binnengewässern. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Entwicklung interdisziplinärer Modelle, die Veränderungen in Fließgewässern auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen – von einzelnen Flussabschnitten über ganze Einzugsgebiete bis hin zu kontinentalen Flussnetzen – untersuchen. Dabei berücksichtigt sie verschiedene Organismengruppen, von Wirbellosen über Fische bis hin zur Süßwasser-Megafauna, und entwickelt Konzepte für den Naturschutz unter sich wandelnden Umweltbedingungen.
System Fließgewässer
Prof. Dr. Sonja Jähnig
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Angelina Tittmann + Nadja Neumann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Die Funktionsweise des Gehirns durch das Auge der Fliege betrachtet
Prof. Dr. Marion Silies
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Institut für Entwicklungsbiologie und Neurobiologie (iDN)
Zum Thema
Ich bin fasziniert von der Frage wie das Gehirn Informationen verarbeitet, um unter ständig wechselnden Bedingungen angemessene Verhaltensweisen zu steuern. Das menschliche Gehirn ist eine komplexe Struktur, in der Milliarden von Nervenzellen über noch mehr Verbindungen miteinander verbunden sind. Um diese Komplexität zu reduzieren, untersuchen wir das Gehirn der Fruchtfliege, das aus nur ~100.000 Nervenzellen besteht aber viele verschiedene Verhaltensweisen ermöglicht. Als ein Meilenstein der Hirnforschung wurde vor zwei Jahren erstmals ein vollständiges Konnektom des Fliegengehirns veröffentlicht. Das heißt, wir kennen jetzt *alle* Nervenzellen im Fliegengehirn und wissen, wie sie miteinander verbunden sind. Ich werde über diese Arbeiten sprechen und am Beispiel des visuellen Systems der Fliege erläutern, wie wir dadurch neuronale Schaltkreise und ihre Aufgaben umfassend verstehen können.
Wenn Sie neugierig sind, wie (oder skeptisch sind, ob) man durch Forschung am Auge der Fliege etwas über die generelle Funktionsweise des Gehirns lernen kann, freue mich darauf, Sie bei der Vorlesung zu sehen.
Zur Person
Marion Silies erforscht die neuronalen Grundlagen der visuellen Wahrnehmung. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht, wie Nervenzellen im visuellen System Sinnesreize verarbeiten und in Verhalten umsetzen, meist unter Verwendung der Fruchtfliege Drosophila als Modellsystem. Seit Anfang 2019 forscht und lehrt Marion Silies als Professorin für Neurobiologie und Leiterin des „Neural Circuits Lab“ an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Zuvor war Gruppenleiterin am European Neuroscience Institute in Göttingen. Als Postdoktorandin an der Stanford University charakterisierte sie Schaltkreise der Bewegungswahrnehmung und etablierte ein genetisches Toolkit, das prinzipiell den genetischen Zugang zu jeder Zellart im Gehirn erlaubt. Marion Silies studierte Biologie und promovierte im Bereich Neurobiologie in Münster. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurde sie mit mehreren renommierten Preisen und Förderungen ausgezeichnet. Neben Forschung und Lehre engagiert sie sich in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, z.B. als Mitglied der Bundesjury Jugend forscht, mit dem Ziel SchülerInnen für MINT-Fächer zu begeistern.
Thüringer Bodenschätze: zwischen Landschaften, Architektur und Innovation
Dr. Agnese Fazio
Schülerforschungszentrum Nordhausen
Koordination MINT-Region Nordthüringen
Mareike Naylor
Nationaler GeoPark Kyffhäuser
Mitmachworkshop
Thüringen Bodenschätze: zwischen Landschaften, Architektur und Innovation
(Freitag, 19.06.2026, 14:15 – 16:00 Uhr
Samstag, 20.06.2026, 10:45 – 12:30 Uhr)
Zum Thema
In diesem Workshop werfen wir einen neuen Blick auf Thüringen – auf seine Landschaft, seine kulturelle und innovative Geschichte sowie auf die Wechselwirkungen zwischen Naturraum und menschlicher Nutzung.
Im ersten Teil lernen Sie vier speziell für Thüringen adaptierte bzw. entwickelte Earth Learning Ideas(ELI) kennen. Diese kompakten, didaktisch klar strukturierten Unterrichtsimpulse sind sofort einsetzbar, fördern fachliches Verständnis und kritisches Denken und lassen sich flexibel in verschiedenen Klassenstufen einsetzen. Die Materialien sind kostengünstig, alltagstauglich und ohne großen Vorbereitungsaufwand im Klassen- oder Fachraum sowie draußen nutzbar – ideal für Gruppenarbeit, Lernstationen, Demonstrationen oder spielerische Zugänge.
Im zweiten Teil arbeiten wir mit dem geowindow, einem innovativen Unterrichtsmedium für alle naturwissenschaftlichen Fächer. Gemeinsam modellieren wir die Entstehung und Entwicklung des Karsts – eines Naturphänomens, das Thüringens Landschaft, Ökologie und Wirtschaft maßgeblich geprägt hat und bis heute von großer Bedeutung ist. Dabei erhalten Sie konkrete Anregungen, wie sich komplexe Prozesse anschaulich und nachhaltig vermitteln lassen.
Der Workshop verbindet fachliche Vertiefung mit direkt umsetzbaren Unterrichtsideen und lädt dazu ein, Thüringen aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Er richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte der Fächer MNT und Geografie. Zugleich sind ausdrücklich Lehrkräfte aller Fachrichtungen willkommen, denn ein nachhaltiges Verständnis naturwissenschaftlicher Prozesse lebt von interdisziplinären Impulsen.
Zu den Personen
Dr. Agnese Fazio ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und studierte Geowissenschaften an der Universität Pisa und promovierte 2015 an derselben Universität mit einer Arbeit über natürlich schockdeformierte Gesteine aus dem Kamil Einschlagkrater (Ägypten). Von 2015 bis 2023 arbeitete sie am Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo sie an verschiedenen Projekten im Bereich der planetaren Mineralogie beteiligt war. Seit Oktober 2023 arbeitet sie bei der STIFT und ist Ansprechpartnerin für das Schülerforschungszentrum Nordhausen und MINT-Koordination Nordthüringen. Seit März 2026 ist sie Geoscience Education Field Officer (GEFO) für Deutschland. Dabei handelt es sich um ein ehrenamtliches Programm der European Geosciences Union (EGU) zur Förderung geowissenschaftlicher Fortbildungen für Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und außerschulisches Personal (z. B. Museen, Geoparks).
Mareike Naylor studierte Angewandte Geowissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. In Ihrer Masterarbeit, die sie 2012 abschloss, beschäftigte Sie sich mit der Altersdatierung von Rutilmineralen (TiO2) und der Provenienzforschung dieser Minerale an einer Goldlagerstätte in Brasilien. Nach den ersten Jahren der Berufserfahrung in der Exploration bei der Firma Sachsenzinn GmbH und der Forschung um Seltene Erden beim Bayerischen Landesamt für Umwelt zog es sie 2016 nach England. Seit 2018 ist sie als GeoPark Managerin des Nationalen Geoparks Kyffhäuser tätig und zudem seit 2022 beim Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten in den Naturparken Kyffhäuser und Südharz, die sie seit Januar 2026 auch leitet.
Klima zum Anfassen: Mit dem Klimakoffer lebendigen Unterricht gestalten
Dr. Anne Kopp
Schülerforschungszentrum Gotha Koordination MINT-Region Westthüringen
Susanne Seupel
Schülerforschungszentrum Gera
Koordination MINT-Region Ostthüringen
Jutta Reger
Fachlehrerin Biologie und Chemie am Goethegymnasium Weimar
Zum Thema
In diesem Workshop wird der Klimakoffer als praxisnahes Werkzeug für die schulische Klimabildung vorgestellt. Anhand ausgewählter Experimente wird gezeigt, wie sich Themen wie Klimawandelursachen und -folgen einfach und anschaulich im Unterricht behandeln lassen.
Einige Inhalte des Klimakoffers werden gemeinsam praktisch erprobt und anschließend mit Blick auf den Einsatz im Unterricht besprochen. Dabei geht es auch darum, wie sich die Materialien in verschiedene Fächer und Jahrgangsstufen einbauen lassen.
Darüber hinaus bietet der Workshop Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zur Entwicklung eigener Ideen für den Unterricht. Ziel ist es, den Klimakoffer als hilfreiches und alltagstaugliches Material kennenzulernen.
Zu den Personen
Dr. Anne Kopp ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und studierte Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität und promovierte 2012 am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans Knöll Institut in Jena mit einer Arbeit über die Protein-Interaktion von Komponenten des Komplementsystems, als Teil der angeborenen Immunantwort. Von 2013 bis 2023 arbeitete sie als Wissenschaftlerin bei der Firma Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH an der Forschung und Entwicklung von diagnostischen Tests für Infektionskrankheiten (wie z.B. HIV und HCV). Seit Juni 2024 arbeitet sie bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) und ist Ansprechpartnerin für das Schülerforschungszentrum Gotha und MINT-Koordination Westthüringen.
Jutta Reger studierte die Fächer Biologie und Chemie für Lehramt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und absolvierte ihr Referendariat am Georg-Simon-Ohm-Gymnasium in Erlangen. Anschließend war sie am Helene-Lange-Gymnasium in Fürth und am Gymnasium Oberhaching bei München tätig, bevor sie 2008 nach Thüringen ans Goethegymnasium Weimar wechselte. Seit dem Schuljahr 2021/22 ist sie als Fachberaterin Chemie tätig. Im Rahmen des NWuT-Unterrichts am Goethegymnasium leitet sie eine Junior-Ingenieur-Akademie (JIA), die von der Telekom-Stiftung gefördert wird. Die Themen „Nachhaltiges Bauen“ und „Nachhaltige Energieversorgung“ stehen dabei im Zentrum, aber auch die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel unter Einbezug der Klimakoffer sind inzwischen ein wichtiges Element des Unterrichts im Rahmen der JIA geworden.
Susanne Seupel ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und studierte Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Schwer-punkt ihrer Promotion war die Polymer- und Zuckerchemie. Ob während des Studiums oder im Promotionsprozess, immer wollte und konnte sie ihr Wissen und praktische Erfahrungen an interessierte Schüler*innen weitergeben. Studierende im Nebenfach profitierten davon ebenso wie auch angehende Chemiker*innen und Chemielehrer*innen im Staatsexamen. Wissensweitergabe hat sie zu ihrem Beruf gemacht: Seit August 2020 begeistert sie als Leiterin des Schülerforschungszentrum Gera Jungforscher*innen für die Geheimnisse der Moleküle in AGs und Forscherclubs.
„Ingenieure braucht das Land!“
Frank Beinersdorf
Schülerforschungszentrum an der FH Erfurt
Koordination MINT-Region Mittelthüringen
Außer Haus: SFZ an der FH Erfurt, Altonaer Str. 25, 9.E.02 Haus 9, EG Raum 02
Zum Thema
In diesem praxisorientierten Workshop erkunden wir, wie 3D Entwurf mittels CAD und 3D Druck als effektive Einstiegshilfen in das ingenieurstechnische Denken genutzt werden können. Wir werfen einen kurzen Blick auf verschiedene Tools zum 3D Entwurf, von intuitiven Einsteigerprogrammen bis hin zu Cloudlösungen, und diskutieren kurz deren Vor- und Nachteile für den Einsatz im Klassenzimmer.
Der inhaltliche Schwerpunkt soll auf dem Konzept der parametrischen Konstruktion liegen. Im Gegensatz zur Direktmodellierung ermöglicht das parametrische Vorgehen eine präzise Definition von Objekten durch Variablen und geometrische Regeln. Dies schult nicht nur das logische Verständnis, sondern spiegelt reales ingenieurtechnisches Vorgehen wider.
Nach einer kurzen Einführung wollen wir gemeinsam an einfachen praktischen Beispielen arbeiten und am Ende unsere digitalen Entwürfe mittels 3D Druck in die reale Welt überführen.
Hinweise für Teilnehmende: Der Workshop richtet sich an alle Lehrkräfte, die einen Einstieg in die Thematik suchen. Fachliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, ein effektiver Umgang mit grafischen Benutzeroberflächen ist ausreichend. Bringen Sie falls möglich einen eigenen Laptop mit dem Betriebssystem Windows und eine Computermaus mit. Wir haben aber auch einige Geräte vor Ort.
Zur Person
Frank Beinersdorf schloss im Jahr 2007 sein Studium zum Dipl.-Ing. Mechatronik an der TU Ilmenau mit einer Diplomarbeit zum Thema Laufrobotik ab. Begeistert von diesem Fachgebiet wechselte er als wiss. Mitarbeiter zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz nach Bremen, wo er bis 2012 – unterbrochen durch einen einjährigen Aufenthalt in Neuseeland als Animatronik-Ingenieur – im Bereich Laufrobotik aktiv war. Anschließend war er als freiberuflicher Ingenieur in Berlin tätig, gefolgt von einem Zwischenstopp als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin. Danach zog es ihn zurück nach Neuseeland, wo er ab 2014 Mechatronik am Wellington Institute of Technology unterrichtete. Parallel arbeitete er weiterhin freiberuflich, unter anderem für MechAdept Ltd. (Roboterprototypen für die Forschung), wo er später in Vollzeit einstieg. 2022 kehrte er in seine Heimat zurück und ist seit September 2024 bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen tätig.
Superfood – super Experimente!
Dr. Christina Walther
Geschäftsführung witelo e.V.
Schülerforschungszentrum Jena
Zum Thema
In diesem Workshop geht es um drei beliebte Superfoods: Kurkuma, Chia-Samen und Spirulina-Pulver. Mit einfachen Materialien und sicher durchführbaren Versuchen werden die chemischen Eigenschaften und biologische Wirkungen der Inhaltsstoffe untersucht. Die Experimente sind alltagsnah, regen zum Staunen an und bieten zahlreiche Bezüge zum Thüringer Lehrplan: Chemie (Stoffeigenschaften, Nachweisreaktionen), Biologie (Photosynthese, Zelltypen), MNT/NWuT (Experimentieren mit Naturstoffen).
Zur Person
Dr. rer. nat. Dr. phil. Christina Walther studierte Biochemie in Leipzig und Cork (Irland). Von 2006 bis 2012 arbeitete sie bei der Imaginata Jena sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Schulpädagogik und Schulentwicklung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort verantwortete sie unter anderem die pädagogische Betreuung des Imaginata-Stationenparks.
Seit 2012 ist sie Koordinatorin des Netzwerks wissenschaftlich-technischer Lernorte in Jena (witelo) und seit 2016 Geschäftsführerin des witelo e.V. Als Leiterin des Schülerforschungszentrums Jena und Koordinatorin des Jenaer MINT-Clusters MINT‑BiT (MINT – Bildung und Teilhabe) organisiert sie vielfältige MINT‑Angebote für Kinder und Jugendliche in Jena und Umgebung.
Mehr als Wasser und Uferkanten: Workshop zum System Fließgewässer (nur am 19.06.)
Angelina Tittmann + Nadja Neumann
Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)
Zum Thema
Flüsse und ihre Auen zählen zu den artenreichsten Ökosystemen. Doch durch menschliche Eingriffe wie Begradigungen und Deichbau wurde ihre natürliche Dynamik stark eingeschränkt. Heute sind in Deutschland nur noch 32 Prozent der ursprünglichen Auenflächen erhalten. Angesichts des Klimawandels gewinnen diese jedoch zunehmend an Bedeutung. Ihre Fähigkeit, große Wassermengen aufzunehmen und zeitverzögert wieder abzugeben, macht sie zu einem natürlichen Schutzschild gegen Hochwasser und Dürren. Durch Revitalisierungsmaßnahmen können natürliche Prozesse wiederhergestellt und zugleich vielfältige Lebensräume geschaffen werden.
In unserem praxisorientierten Workshop beschäftigen wir uns deshalb mit den Wechselwirkungen innerhalb des Systems Fließgewässer. Anhand konkreter Unterrichtsmaterialien und wissenschaftlicher Daten planen wir gemeinsam eine Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe I. Dabei stehen Kompetenzen im Mittelpunkt, die Schülerinnen und Schüler dazu befähigen sollen, Zusammenhänge in Ökosystemen zu beschreiben, Umweltfolgen menschlicher Eingriffe zu beurteilen und Lösungsoptionen zu reflektieren.
Als Praxisbeispiel dient die Deichrückverlegung an der Lenzener Elbtalaue. Hier wurde ein rund 420 Hektar großes Gebiet wieder an die natürliche Flussdynamik angebunden. Welche Folgen hat das? Wer profitiert – und wer steht vor Herausforderungen? Wie lassen sich Nutzung und Schutz von Flusslandschaften nachhaltig in Einklang bringen? Der Workshop bietet Raum für Austausch und Diskussion zu diesen und weiteren Wasser- und Gewässerfragen.
Zu den Personen
Nadja Neumann und Angelina Tittmann arbeiten im Team für Kommunikation und Wissenstransfer am IGB in Berlin, Deutschlands größtem Forschungszentrum für Binnengewässer. Beide unterstützen Projekte und Veranstaltungen in der Umweltbildung, entwickeln Unterrichtsmaterialien sowie Fortbildungen für Lehrkräfte. Ausgangspunkt dafür sind aktuelle Forschungsergebnisse: Wie können wir Gewässer in einem guten ökologischen Zustand erhalten? Welche Lebensbedingungen benötigen Tiere und Pflanzen in Gewässern? Und wie kann der Mensch Flüsse und Seen nachhaltig nutzen? Angelina Tittmann und Nadja Neumann sind zudem Ansprechpartnerinnen für Kooperationen zwischen Kunst und Wissenschaft und publizieren in der Fachzeitschrift Unterricht Biologie.
Jugend forscht begleiten – Potenziale entdecken, Ideen entfalten (nur am 19.06.)
Christina Heß
Schülerforschungszentrum Rudolstadt
Koordination MINT-Region Südostthüringen
Zum Thema
Projektbezogenes Lernen eröffnet Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, eigenen Interessen nachzugehen, individuelle Stärken einzubringen und selbstständig zu arbeiten. Formate wie „Jugend forscht“ schaffen dafür einen besonders motivierenden Rahmen.
Der Einstieg in die Projektbetreuung wirft dabei oft praktische Fragen auf: Wie beginne ich? Welche Rolle nehme ich ein? Und wie begleite ich offene Arbeitsprozesse sinnvoll?
Dieser Workshop unterstützt Sie dabei, einen sicheren und realistischen Einstieg als Projektbetreuer:in zu finden – aufbauend auf Ihrer fachlichen und pädagogischen Expertise.
Im Fokus stehen kreative und praxiserprobte Methoden zur Themenfindung: Wie entstehen aus Alltagsbeobachtungen erste Forschungsfragen? Und wie können Sie Schülerinnen und Schüler dabei begleiten, eigene Ideen zu entwickeln und weiterzuverfolgen?
Sie arbeiten aktiv mit, werfen einen Blick auf Ihre Rolle und lernen einfache Ansätze kennen, wie Sie den Einstieg in die Projektbetreuung gestalten, gemeinsam mit Ihren Schülerinnen und Schülern erste Forschungsfragen entwickeln und offene Arbeitsprozesse gut begleiten können.
Sie nehmen sofort einsetzbare Methoden, klare Orientierung und Sicherheit für Ihre ersten eigenen „Jugend forscht“-Projekte mit.
Für Lehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung und Umsetzung eigener Projekte begleiten und dabei einen sicheren Einstieg in die Projektbetreuung finden möchten.
Zur Person
Christina Heß ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und eine erfahrene Informatikerin mit einer ausgeprägten Leidenschaft für die Naturwissenschaften. Nach ihrem Informatikstudium entschied sie sich, ihre Fachkenntnisse als freiberufliche Softwareentwicklerin zu vertiefen. Die Neugier für naturwissenschaftliche Themen hat sie immer begleitet. Seit 2018 engagiert sich Christina Heß leidenschaftlich in MINT-Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen und Gymnasien. Zur gleichen Zeit begann sie junge Talente bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Projekte im Bereich der Naturwissenschaften, z.B. für den Wettbewerb Jugend forscht, zu unterstützten. Seither betreute Sie schon über 50 Jugend forscht Projekte. Ihre Begeisterung für die Arbeit mit Kindern war so groß, dass sie im Jahr 2020 die berufliche Ausrichtung änderte und seitdem Leiterin des Schülerforschungszentrums Rudolstadt ist. Seit 2021 ist Sie Mitentwicklerin des Spiels ForscherIno, das im Rahmen der Telekomwerkstatt Neues lernen entsteht.
Dr. Corinna Kufner
Friedrich-Schiller-Universität Jena, Leibniz-Institut für Photonische Technologien
Zum Thema
Sind wir alleine im Universum? Und wie ist überhaupt das Leben auf der Erde entstanden? Diese Schlüsselfragen beschäftigen viele von uns seit unserer Kindheit und bisher kennen wir nicht deren Antwort.
Aus unserer Erdgeschichte und Beobachtungen aus dem Weltraum haben wir eine Vorstellung, wie die frühe Erde ausgesehen haben könnte und woraus ihre Oberfläche bestand. Wie aus diesen Ursuppen-Zutaten jedoch lebende Zellen entstanden sein könnten, ist eine große Herausforderung für die moderne Wissenschaft. Der Vortrag zeigt, welche Rolle Licht bei dem Entstehungsprozess von essenziellen Biomolekülen wie DNA, RNA oder Peptide und deren Funktionen gehabt haben könnte. Sonnenstrahlung könnte eine Schlüsselrolle bei der Entstehung und Auswahl von Biomolekülen gespielt haben, wird jedoch oft außer Acht gelassen, obwohl sie auf der Oberfläche der frühen Erde reichlich vorhanden war. Insbesondere ultraviolette (UV) Strahlung hat die Fähigkeit, chemische Reaktionen zu stören, aber auch neue Reaktionswege zu eröffnen.
Dieser Vortrag bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Herausforderungen im interdisziplinären Forschungsfeld der Ursprünge des Lebens und skizziert das Potenzial der Photochemie in diesem Zusammenhang.
Zur Person
Corinna Kufner forscht interdisziplinär im Bereich der Entstehung des Lebens unter dem Einfluss von Licht. Seit 2026 ist Corinna Kufner Professorin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und leitet die Abteilung „Photonische Abiogenese“ am Leibniz-Institut für Photonische Technologien in Jena. Zuvor leitete sie dort eine Nachwuchsgruppe finanziert durch das Carl-Zeiss Nexus Programm und Leibniz Best Minds Junior Research Groups. Als Postdoktorandin arbeitete sie bei Prof. Dimitar Sasselov im Department Astronomie der Harvard University. Corinna Kufner promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Prof. Wolfgang Zinth in Physik. Außerhalb ihrer akademischen Tätigkeiten engagiert sich Corinna Kufner als Ehemalige mit großer Begeisterung in der Landesjury bei Jugend forscht, spielt Cello, Volleyball und tanzt Standard- und Lateinamerikanische Tänze.
Moore und Permafrost: Funktionen und Entwicklungen mit Fokus auf arktische Regionen
Dr. Nathalie Ylenia Triches
Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena
Zum Thema
Moore gehören zu den faszinierendsten und zugleich wichtigsten Ökosystemen der Erde. Sie entstehen über Jahrtausende hinweg durch die Ansammlung von abgestorbenem Pflanzenmaterial unter nassen, sauerstoffarmen Bedingungen. Dadurch speichern sie enorme Mengen an Kohlenstoff und wirken als bedeutende Kohlenstoffsenken – sie speichern bis zu 30 % des globalen Bodenkohlenstoffs, obwohl sie nur etwa 3 % der Landfläche bedecken. Besonders in der Arktis spielen Moore eine zentrale Rolle im globalen Klimasystem, da sie grosse Mengen organischen Kohlenstoffs im gefrorenen Boden (Permafrost) binden.
Doch genau diese Funktion ist durch den Klimawandel zunehmend gefährdet. Steigende Temperaturen führen zum Auftauen von Permafrostböden und zur Austrocknung von Mooren. Dadurch beschleunigt sich der Abbau organischer Substanz, und Treibhausgase wie Kohlendioxid und Methan werden freigesetzt. Moore können so von Kohlenstoffsenken zu Emissionsquellen werden und den Klimawandel verstärken. Zusätzlich wurden und werden viele Moore entwässert und landwirtschaftlich genutzt.
Der Vortrag beleuchtet die Entstehung und ökologische Bedeutung von Mooren, mit besonderem Fokus auf die arktischen Regionen. Zudem wird diskutiert, welche Auswirkungen der Klimawandel auf diese sensiblen Ökosysteme hat und warum ihr Schutz entscheidend für die Stabilität unseres globalen Klimas ist.
Zur Person
Dr. Nathalie Ylenia Triches ist eine Nachwuchswissenschaftlerin im Bereich der Atmosphären- und Umweltforschung mit Schwerpunkt auf biogeochemischen Kreisläufen, Ökologie und Treibhausgasflüssen. Sie ist am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena tätig und Teil einer internationalen Forschungsgruppe zur Erforschung globaler Stoffkreisläufe. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt auf der Identifikation von Einflussfaktoren auf Treibhausgasemissionen in Permafrostgebieten, wobei ihre Dissertation an der Universität Helsinki (2026) einen wichtigen Beitrag zum Verständnis klimarelevanter Prozesse leistete. Neben der physikalischen und chemischen Analyse von Ökosystemen interessiert sie sich besonders für die Biodiversität und Ökologie von geschädigten oder gefährdeten Ökosystemen. Sie vertritt die Überzeugung, dass ein tiefes Verständnis dieser Systeme entscheidend ist, um ihre Resilienz zu bewahren. Ihre Forschung ist stark interdisziplinär ausgerichtet und integriert menschliche Einflüsse, wie Landnutzungsänderungen oder Klimawandel, sowie die praktische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse für nachhaltige Lösungen und Klimaschutzmassnahmen.
NYX Hotel Erfurt
20. Juni
Ankommen mit Kaffee
Registrierung der Tagungsteilnehmer:innen
Magnetismus im Miniaturformat: Ultraklein, ultraschnell und ultraspannend!
Dr. Lisa-Marie Kern
MIT Massachusetts Institute of Technology
Zum Thema
Unsere Welt steckt voller unsichtbarer Wunder – von den magnetischen Feldern der Erde bis zu winzigen Wirbeln in Materialien, die nur wenige Nanometer groß sind. Wie entstehen solche Wirbelstrukturen, und wie lassen sie sich kontrollieren? In diesem Vortrag nehmen wir diese Wirbelstrukturen, die sogenannten magnetischen Skyrmionen, unter die Lupe. Skyrmionen sind nur wenige Nanometer groß. Ein Nanometer, das ist der millionste Teil eines Millimeters. In unseren Experimenten ist es uns gelungen, Skyrmionen sehr präzise zu erzeugen, zu bewegen und sie interagieren zu lassen. Im Magnetfeld sind sie stabil, beweglich und erstaunlich anpassungsfähig. Unter bestimmten Bedingungen können sich auch mehrere Skyrmionen zu komplexen Verbänden verbinden, den sogenannten Skyrmion-Bags. Mit hochauflösender Röntgenmikroskopie können wir nicht nur Bilder dieser Nanostrukturen aufnehmen, sondern sogar Filme mit Nanosekundenauflösung drehen. Diese winzigen Wirbel sind nicht nur faszinierende physikalische Objekte, sie bieten auch neue Möglichkeiten, Informationen effizient zu speichern und zu verarbeiten. Ihre Dynamik und Anpassungsfähigkeit eröffnet spannende Perspektiven für die Technologien von morgen. Wollen Sie einen Blick in die Zukunft der Nanowelt werfen?
Zur Person
Lisa-Marie Kern ist Physikerin an der Schnittstelle von Magnetismus, Materialwissenschaften und Optik. Sie forscht an der Kontrolle und Manipulation komplexer Spintexturen, sogenannter Skyrmionen, auf ultrakleinen Längen- und ultraschnellen Zeitskalen und arbeitet derzeit am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA. Zuvor promovierte sie am Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und Kurzzeitspektroskopie in Berlin. Ihr Physikstudium führte sie nach Deutschland, Luxemburg und Frankreich, wodurch sie internationale und interdisziplinäre Erfahrung sammeln konnte. Für ihre Dissertation wurde sie unter anderem mit dem KlarText-Preis in Physik für herausragende Wissenschaftskommunikation ausgezeichnet. Neben ihrer Forschung engagiert sie sich aktiv darin, komplexe physikalische Konzepte verständlich zu vermitteln und Wissenschaft einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Vom Demonstrationsexperiment zum Hands-On Projekt: 4F-System und Spektroskopie
Dr. Lisa-Marie Kern
MIT Massachusetts Institute of Technology
Dr. Theresia Palenta
Lichtwerkstatt Jena, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Thüringer Bodenschätze: zwischen Landschaften, Architektur und Innovation
Dr. Agnese Fazio
Schülerforschungszentrum Nordhausen
Koordination MINT-Region Nordthüringen
Mareike Naylor
Nationaler GeoPark Kyffhäuser
Mitmachworkshop
Thüringen Bodenschätze: zwischen Landschaften, Architektur und Innovation
(Freitag, 19.06.2026, 14:15 – 16:00 Uhr
Samstag, 20.06.2026, 10:45 – 12:30 Uhr)
Zum Thema
In diesem Workshop werfen wir einen neuen Blick auf Thüringen – auf seine Landschaft, seine kulturelle und innovative Geschichte sowie auf die Wechselwirkungen zwischen Naturraum und menschlicher Nutzung.
Im ersten Teil lernen Sie vier speziell für Thüringen adaptierte bzw. entwickelte Earth Learning Ideas(ELI) kennen. Diese kompakten, didaktisch klar strukturierten Unterrichtsimpulse sind sofort einsetzbar, fördern fachliches Verständnis und kritisches Denken und lassen sich flexibel in verschiedenen Klassenstufen einsetzen. Die Materialien sind kostengünstig, alltagstauglich und ohne großen Vorbereitungsaufwand im Klassen- oder Fachraum sowie draußen nutzbar – ideal für Gruppenarbeit, Lernstationen, Demonstrationen oder spielerische Zugänge.
Im zweiten Teil arbeiten wir mit dem geowindow, einem innovativen Unterrichtsmedium für alle naturwissenschaftlichen Fächer. Gemeinsam modellieren wir die Entstehung und Entwicklung des Karsts – eines Naturphänomens, das Thüringens Landschaft, Ökologie und Wirtschaft maßgeblich geprägt hat und bis heute von großer Bedeutung ist. Dabei erhalten Sie konkrete Anregungen, wie sich komplexe Prozesse anschaulich und nachhaltig vermitteln lassen.
Der Workshop verbindet fachliche Vertiefung mit direkt umsetzbaren Unterrichtsideen und lädt dazu ein, Thüringen aus einer neuen Perspektive zu entdecken. Er richtet sich in erster Linie an Lehrkräfte der Fächer MNT und Geografie. Zugleich sind ausdrücklich Lehrkräfte aller Fachrichtungen willkommen, denn ein nachhaltiges Verständnis naturwissenschaftlicher Prozesse lebt von interdisziplinären Impulsen.
Zu den Personen
Dr. Agnese Fazio ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und studierte Geowissenschaften an der Universität Pisa und promovierte 2015 an derselben Universität mit einer Arbeit über natürlich schockdeformierte Gesteine aus dem Kamil Einschlagkrater (Ägypten). Von 2015 bis 2023 arbeitete sie am Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena, wo sie an verschiedenen Projekten im Bereich der planetaren Mineralogie beteiligt war. Seit Oktober 2023 arbeitet sie bei der STIFT und ist Ansprechpartnerin für das Schülerforschungszentrum Nordhausen und MINT-Koordination Nordthüringen. Seit März 2026 ist sie Geoscience Education Field Officer (GEFO) für Deutschland. Dabei handelt es sich um ein ehrenamtliches Programm der European Geosciences Union (EGU) zur Förderung geowissenschaftlicher Fortbildungen für Lehrkräfte, Lehramtsstudierende und außerschulisches Personal (z. B. Museen, Geoparks).
Mareike Naylor studierte Angewandte Geowissenschaften an der Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. In Ihrer Masterarbeit, die sie 2012 abschloss, beschäftigte Sie sich mit der Altersdatierung von Rutilmineralen (TiO2) und der Provenienzforschung dieser Minerale an einer Goldlagerstätte in Brasilien. Nach den ersten Jahren der Berufserfahrung in der Exploration bei der Firma Sachsenzinn GmbH und der Forschung um Seltene Erden beim Bayerischen Landesamt für Umwelt zog es sie 2016 nach England. Seit 2018 ist sie als GeoPark Managerin des Nationalen Geoparks Kyffhäuser tätig und zudem seit 2022 beim Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten in den Naturparken Kyffhäuser und Südharz, die sie seit Januar 2026 auch leitet.
Klima zum Anfassen: Mit dem Klimakoffer lebendigen Unterricht gestalten
Dr. Anne Kopp
Schülerforschungszentrum Gotha Koordination MINT-Region Westthüringen
Susanne Seupel
Schülerforschungszentrum Gera
Koordination MINT-Region Ostthüringen
Jutta Reger
Fachlehrerin Biologie und Chemie am Goethegymnasium Weimar
Zum Thema
In diesem Workshop wird der Klimakoffer als praxisnahes Werkzeug für die schulische Klimabildung vorgestellt. Anhand ausgewählter Experimente wird gezeigt, wie sich Themen wie Klimawandelursachen und -folgen einfach und anschaulich im Unterricht behandeln lassen.
Einige Inhalte des Klimakoffers werden gemeinsam praktisch erprobt und anschließend mit Blick auf den Einsatz im Unterricht besprochen. Dabei geht es auch darum, wie sich die Materialien in verschiedene Fächer und Jahrgangsstufen einbauen lassen.
Darüber hinaus bietet der Workshop Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zur Entwicklung eigener Ideen für den Unterricht. Ziel ist es, den Klimakoffer als hilfreiches und alltagstaugliches Material kennenzulernen.
Zu den Personen
Dr. Anne Kopp ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und studierte Biologie an der Friedrich-Schiller-Universität und promovierte 2012 am Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie Hans Knöll Institut in Jena mit einer Arbeit über die Protein-Interaktion von Komponenten des Komplementsystems, als Teil der angeborenen Immunantwort. Von 2013 bis 2023 arbeitete sie als Wissenschaftlerin bei der Firma Abbott Rapid Diagnostics Jena GmbH an der Forschung und Entwicklung von diagnostischen Tests für Infektionskrankheiten (wie z.B. HIV und HCV). Seit Juni 2024 arbeitet sie bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT) und ist Ansprechpartnerin für das Schülerforschungszentrum Gotha und MINT-Koordination Westthüringen.
Jutta Reger studierte die Fächer Biologie und Chemie für Lehramt an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und absolvierte ihr Referendariat am Georg-Simon-Ohm-Gymnasium in Erlangen. Anschließend war sie am Helene-Lange-Gymnasium in Fürth und am Gymnasium Oberhaching bei München tätig, bevor sie 2008 nach Thüringen ans Goethegymnasium Weimar wechselte. Seit dem Schuljahr 2021/22 ist sie als Fachberaterin Chemie tätig. Im Rahmen des NWuT-Unterrichts am Goethegymnasium leitet sie eine Junior-Ingenieur-Akademie (JIA), die von der Telekom-Stiftung gefördert wird. Die Themen „Nachhaltiges Bauen“ und „Nachhaltige Energieversorgung“ stehen dabei im Zentrum, aber auch die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel unter Einbezug der Klimakoffer sind inzwischen ein wichtiges Element des Unterrichts im Rahmen der JIA geworden.
Susanne Seupel ist Mitarbeiterin der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen und studierte Chemie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Schwer-punkt ihrer Promotion war die Polymer- und Zuckerchemie. Ob während des Studiums oder im Promotionsprozess, immer wollte und konnte sie ihr Wissen und praktische Erfahrungen an interessierte Schüler*innen weitergeben. Studierende im Nebenfach profitierten davon ebenso wie auch angehende Chemiker*innen und Chemielehrer*innen im Staatsexamen. Wissensweitergabe hat sie zu ihrem Beruf gemacht: Seit August 2020 begeistert sie als Leiterin des Schülerforschungszentrum Gera Jungforscher*innen für die Geheimnisse der Moleküle in AGs und Forscherclubs.
„Ingenieure braucht das Land!“
Frank Beinersdorf
Schülerforschungszentrum an der FH Erfurt
Koordination MINT-Region Mittelthüringen
Außer Haus: SFZ an der FH Erfurt, Altonaer Str. 25, 9.E.02 Haus 9, EG Raum 02
Zum Thema
In diesem praxisorientierten Workshop erkunden wir, wie 3D Entwurf mittels CAD und 3D Druck als effektive Einstiegshilfen in das ingenieurstechnische Denken genutzt werden können. Wir werfen einen kurzen Blick auf verschiedene Tools zum 3D Entwurf, von intuitiven Einsteigerprogrammen bis hin zu Cloudlösungen, und diskutieren kurz deren Vor- und Nachteile für den Einsatz im Klassenzimmer.
Der inhaltliche Schwerpunkt soll auf dem Konzept der parametrischen Konstruktion liegen. Im Gegensatz zur Direktmodellierung ermöglicht das parametrische Vorgehen eine präzise Definition von Objekten durch Variablen und geometrische Regeln. Dies schult nicht nur das logische Verständnis, sondern spiegelt reales ingenieurtechnisches Vorgehen wider.
Nach einer kurzen Einführung wollen wir gemeinsam an einfachen praktischen Beispielen arbeiten und am Ende unsere digitalen Entwürfe mittels 3D Druck in die reale Welt überführen.
Hinweise für Teilnehmende: Der Workshop richtet sich an alle Lehrkräfte, die einen Einstieg in die Thematik suchen. Fachliche Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, ein effektiver Umgang mit grafischen Benutzeroberflächen ist ausreichend. Bringen Sie falls möglich einen eigenen Laptop mit dem Betriebssystem Windows und eine Computermaus mit. Wir haben aber auch einige Geräte vor Ort.
Zur Person
Frank Beinersdorf schloss im Jahr 2007 sein Studium zum Dipl.-Ing. Mechatronik an der TU Ilmenau mit einer Diplomarbeit zum Thema Laufrobotik ab. Begeistert von diesem Fachgebiet wechselte er als wiss. Mitarbeiter zum Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz nach Bremen, wo er bis 2012 – unterbrochen durch einen einjährigen Aufenthalt in Neuseeland als Animatronik-Ingenieur – im Bereich Laufrobotik aktiv war. Anschließend war er als freiberuflicher Ingenieur in Berlin tätig, gefolgt von einem Zwischenstopp als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin. Danach zog es ihn zurück nach Neuseeland, wo er ab 2014 Mechatronik am Wellington Institute of Technology unterrichtete. Parallel arbeitete er weiterhin freiberuflich, unter anderem für MechAdept Ltd. (Roboterprototypen für die Forschung), wo er später in Vollzeit einstieg. 2022 kehrte er in seine Heimat zurück und ist seit September 2024 bei der Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen tätig.
Superfood – super Experimente!
Dr. Christina Walther
Geschäftsführung witelo e.V.
Schülerforschungszentrum Jena
Zum Thema
In diesem Workshop geht es um drei beliebte Superfoods: Kurkuma, Chia-Samen und Spirulina-Pulver. Mit einfachen Materialien und sicher durchführbaren Versuchen werden die chemischen Eigenschaften und biologische Wirkungen der Inhaltsstoffe untersucht. Die Experimente sind alltagsnah, regen zum Staunen an und bieten zahlreiche Bezüge zum Thüringer Lehrplan: Chemie (Stoffeigenschaften, Nachweisreaktionen), Biologie (Photosynthese, Zelltypen), MNT/NWuT (Experimentieren mit Naturstoffen).
Zur Person
Dr. rer. nat. Dr. phil. Christina Walther studierte Biochemie in Leipzig und Cork (Irland). Von 2006 bis 2012 arbeitete sie bei der Imaginata Jena sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Schulpädagogik und Schulentwicklung der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Dort verantwortete sie unter anderem die pädagogische Betreuung des Imaginata-Stationenparks.
Seit 2012 ist sie Koordinatorin des Netzwerks wissenschaftlich-technischer Lernorte in Jena (witelo) und seit 2016 Geschäftsführerin des witelo e.V. Als Leiterin des Schülerforschungszentrums Jena und Koordinatorin des Jenaer MINT-Clusters MINT‑BiT (MINT – Bildung und Teilhabe) organisiert sie vielfältige MINT‑Angebote für Kinder und Jugendliche in Jena und Umgebung.
Wenn KI irrt, verzerrt und manipuliert wird (nur am 20.06.)
Halluzinationen, Bias, Black Boxes, Datenschutz und Prompt Injections verständlich erklärt
Prof. Dr. Karsten Löw
Hochschule Schmalkalden, Fakultät Wirtschaftsrecht
Zum Thema
Künstliche Intelligenz ist in kürzester Zeit zu einer prägenden Technologie unserer Gegenwart geworden. Sie schreibt Texte, analysiert Daten, erstellt Bilder und unterstützt Entscheidungsprozesse – häufig mit beeindruckender Leistungsfähigkeit. Diskutiert werden dabei vor allem Effizienzgewinne und Innovationspotenziale. Seltener richtet sich der Blick jedoch auf die strukturellen Schwächen, systematischen Fehlermuster und rechtlichen Grenzen dieser Systeme. Genau hier setzt der Workshop an.
Im Zentrum steht die Frage, wie generative KI tatsächlich „funktioniert“ – und wo ihre inhärenten Risiken liegen. Hierzu analysieren wir Halluzinationen, also inhaltlich plausibel wirkende, aber sachlich falsche Ausgaben, sowie algorithmische Verzerrungen, die bestehende gesellschaftliche Ungleichheiten reproduzieren oder verstärken können. Das sogenannte Blackbox-Problem wird ebenso thematisiert wie die praktischen und normativen Grenzen technischer Erklärbarkeit. Darüber hinaus untersuchen wir Manipulationsmöglichkeiten wie Prompt Injections, die die Integrität von Systemen gezielt unterlaufen können.
Der Workshop verbindet technische Grundlagen mit rechtlichen und ethischen Perspektiven. Ziel ist es, ein reflektiertes Verständnis für Chancen und Grenzen generativer KI zu entwickeln und konkrete Ansatzpunkte zu erarbeiten, wie diese Themen fundiert und verantwortungsvoll im Unterricht aufgegriffen werden können.
Zur Person
Prof. Dr. Karsten Löw studierte Rechtswissenschaft in Marburg und Madrid. Vor seinem Wechsel an die Hochschule Schmalkalden arbeitete er als wirtschaftsberatender Rechtsanwalt in Berlin (Corporate/Venture Capital), als Staatsanwalt in Hanau sowie als Richter für Straf- und Zivilsachen in Offenbach und Gießen. Er lehrt und forscht zu aktuellen Fragestellungen des Unternehmensrechts sowie des Rechts der Künstlichen Intelligenz mit einem besonderen Fokus auf Regulierung, Haftung, Governance und die Wechselwirkungen zwischen technologischer Innovation und Wirtschaftsrecht.
Beyond the Sound: Ulltraschallphänomene experimentell erforschen (nur 20.06.2026)
Dr. Silvana Fischer + Jermaine Borutta
Schülerlabor Physik,
Friedrich-Schiller-Universität Jena
Zum Thema
In dem interaktiven Workshop wird die faszinierende Technik hinter den Bildern nähergebracht. Die Teilnehmenden gewinnen spannende Einblicke in die Handhabung von Ultraschallgeräten, wie sich unterschiedliche Materialien auswirken und wie Ultraschallbilder erstellt werden. Durch eine Vielzahl von Experimenten können sie erleben, was es für vielseitige und manchmal auch überraschende Alltagsanwendungen von Ultraschall gibt.
Zu den Personen
Jermaine Borutta studiert Lehramt für die Fächer Physik und Biologie an der FSU Jena. Er engagiert sich hier seit mehreren Jahren im physikalischen Grundpraktikum und Schülerlabor.
Dr. Silvana Fischer hat in Jena Physik studiert und über Materialien für die holografische Speicherung promoviert. Seit 20 Jahren betreut sie in der Arbeitsgruppe Physikdidaktik die experimentelle Ausbildung der Lehramtsstudierenden und leitet das Schülerlabor.
Wie man Systeme fair macht – Matching-Ideen für Schule, Uni und Alltag
Dr. Àgnes Cseh
Universität Bayreuth, Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik
Zum Thema
Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie man Schülerinnen und Schüler fair auf Schulen verteilt oder wie man passende Spenderinnen und Spender für Patientinnen und Patienten findet? In diesem Vortrag tauchen wir ein in die Welt der zweiseitigen Zuordnungen unter Präferenzen, in der Menschen (und manchmal sogar Computer!) sagen, was sie wollen – und Mathematik hilft, gute Lösungen zu finden.
Was bedeutet es eigentlich, dass eine Zuordnung stabil ist, und warum führt Instabilität zu „durchbrennenden“ Paaren? Außerdem schauen wir uns Popularität an und fragen: Wenn verschiedene Zuordnungen gegeneinander auftreten könnten – welche würde gewinnen? Danach geht es um Pareto-Effizienz: Können wir jemanden besserstellen, ohne jemand anderen schlechter zustellen – und warum ist das erstaunlich relevant?
Um das Ganze greifbar zu machen, betrachten wir Anwendungen aus der echten Welt: von Schulwahl und Uni-Zulassung über P2P-Netzwerke bis hin zu lebensrettenden Nierentauschprogrammen. Am Ende werden Sie sehen, wie ein paar einfache Ideen Systeme prägen, auf die Millionen Menschen angewiesen sind.
Zum Person
Ágnes Cseh ist Dozentin an der Universität Bayreuth, wo sie in der Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik Lehramtsstudierende unterrichtet und zu Algorithmik und Matching‑Theorie forscht. Ihre Arbeit verbindet komplexe mathematische Modelle mit gesellschaftlich relevanten Anwendungen, etwa im deutschen Nierentauschprogramm, in dem sie als Matchmaker tätig ist. Besonders am Herzen liegt ihr die Wissenschaftskommunikation, und sie nutzt Formate wie Science Slams, um einem breiten Publikum zu zeigen, wie spannend und praxisnah mathematische Konzepte sein können. Nach ihrem Studium und Promotion an der TU Berlin spezialisierte sie sich auf Matching‑Probleme unter Präferenzen, ein Gebiet, das sie seither in Forschung und Lehre prägt. Forschungsaufenthalte in Reykjavík und Budapest erweiterten ihr wissenschaftliches Profil und stärkten ihren Fokus auf interdisziplinäre Anwendungen mathematischer Modelle. In zahlreichen Publikationen zeigt sie, wie algorithmische Methoden helfen können, Fairness und Effizienz in komplexen Entscheidungssystemen zu verbessern.
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Die Veranstaltung ist für Lehrer:innen aus dem Bereich der MINT-Fächer von weiterführenden Schulen aus ganz Thüringen konzipiert.
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